Update: Weitere Strom- und Gasgrundversorger erhöhen die Preise

Aktualisiert: 19. Dezember 2021 von Günther Ehrich

Erneut haben Strom- und Gasgrundversorger Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt. Insgesamt haben wir inzwischen über 1.000 Preiserhöhungen verzeichnet. CHECK24 stellt eine Aktualisierung der Strom- und Gaspreisanpassungen zur Verfügung.

Strom:

– 337 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 10,6 Prozent und betreffen gut zwei Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 173 Euro pro Jahr.

– Die EEG-Umlage sinkt 2022 zunächst von 6,5 auf 3,7 Ct. pro Kilowattstunde. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh fällt die Stromrechnung jährlich knapp 167 Euro niedriger aus.

– Im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien ist eine komplette Abschaffung der EEG-Umlage zum 1. Januar 2023 verabredet. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) würde dann um weitere 222 Euro jährlich entlastet werden. Für alle Privathaushalte bedeutete die Abschaffung eine Entlastung von 5,6 Mrd. Euro im Vergleich zu 2022.
„Ob und in welcher Höhe die Entlastung durch die EEG-Umlage in diesem Winter tatsächlich bei Verbraucher*innen ankommt, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Börsenstrompreises ab“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Dieser bewegt sich auf einem absoluten Rekordniveau.
Bislang haben 337 Versorger Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt und nur wenige Versorger senken die Preise.“ 

– 33 Stromgrundversorger senken die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 2,2 Prozent. Davon profitieren rund 1,3 Mio. Haushalte. Im Schnitt spart ein Musterhaushalt (5.000 kWh) 36 Euro im Jahr.

– Der Strompreis für Verbraucher*innen in der Grundversorgung erreicht im November ein Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.665 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 33,3 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.613 Euro – ein Plus von drei Prozent.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im November kostet eine Megawattstunde 179,40 Euro (Stand 29.11.). Im November des Vorjahres wurden nur 38,54 Euro fällig – ein Plus von 365 Prozent.– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstiegs.

– 666 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Einzelne Versorger verdoppeln ihre Preise. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 25,5 Prozent und betreffen gut 3,3 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 383 Euro pro Jahr.

– Der durchschnittliche Gaspreis in der Grundversorgung liegt im November auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.558 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 7,8 ct pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.424 Euro – ein Plus von neun Prozent.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch. Im November werden  94,05 Euro pro MWh fällig. Im November 2020 kostete die Megawattstunde nur 14,18 Euro – eine Steigerung von 563 Prozent.– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zog die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– Die Erhöhung der CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne zum 1.1.2022 bedeutet eine zusätzliche Belastung von rund 24 Euro jährlich für einen Musterhaushalt (20.000 kWh).

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Quelle: Check24.de