Heizkosten: DWD-Zahlen und Preisanpassungen der Grundversorger

Aktualisiert: 5. Oktober 2021 von Günther Ehrich

Anbei finden Sie aktuelle Informationen zur Heizkostenentwicklung sowie den Preisanpassungen der Gas- und Stromgrundversorger.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat heute die Gradtagszahlen für September veröffentlicht, daher haben wir zu Beginn der Heizsaison den Heizbedarf sowie die Heizkosten mit den Vorjahren verglichen.

Heizbedarf:
– Im September 2021 mussten Verbraucher*innen deutlich weniger heizen als im Vorjahresmonat – der Heizbedarf war 18 Prozent niedriger als im September 2020.

Gaskosten:
– Im September 2021 zahlte ein Musterhaushalt, der sein Reihenhaus mit Gas heizte, dafür 36 Euro – sechs Prozent weniger als im September 2020. Daran zeigt sich der zuletzt deutlich gestiegene Gaspreis, denn die Gaskosten gingen nicht im gleichen Maße zurück wie der Heizbedarf.

– „Verbraucher*innen zahlen nicht zuletzt wegen der CO2-Abgabe Rekordpreise für Gas“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daher sollten sie aktiv werden und ihren Anbieter wechseln. Ein günstiger Alternativtarif spart im Vergleich zur teuren Grundversorgung knapp ein Viertel der Kosten.“

Heizölkosten:
– Haushalte mit Ölheizung mussten im September 2021 deutlich mehr bezahlen als im Vorjahresmonat – trotz des gesunkenen Heizbedarfs stiegen die Kosten um 58 Prozent auf 41 Euro.

– „Der Heizölpreis steigt seit Monaten und hat sich im Vergleich zu September 2020 fast verdoppelt“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Verbraucher*innen müssen sich auf eine teurere Heizsaison einstellen.“

– 2.000 Liter Heizöl kosteten im September 2020 aufgrund der Coronapandemie mit 770 Euro so wenig wie noch nie im betrachteten Zeitraum. Seitdem hat die Konjunktur und damit die Nachfrage nach Öl wieder angezogen und im September 2021 wurden für die gleiche Menge Heizöl 1.476 Euro fällig.

Außerdem haben wir die aktuellen Preisanpassungen bei Gas und Strom betrachtet. Eine Tabelle finden Sie hier:

Gas:
59 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 11,7 Prozent und betreffen gut 370.000 Haushalte.

– Der Gaspreis liegt in der Grundversorgung auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.516 Euro jährlich für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro kWh von 7,6 ct.

– Der Börsenpreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch und ist zum bisherigen Rekordwert im September weiter gestiegen. Im Oktober werden dort 63,26 Euro pro MWh fällig (vorläufiger Wert). Im Oktober 2020 kostete die Megawattstunde nur 11,20 Euro – eine Steigerung von 465 Prozent.

– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist unter anderem die steigende CO2-Abgabe schuld. Ein Musterhaushalt zahlt 2022 dafür allein 143 Euro.“

Strom:
Zehn Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 3,9 Prozent und betreffen rund 300.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 65 Euro pro Jahr.

– Der Strompreis für Verbraucher*innen erreicht ein neues Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.532 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 30,6 ct. pro kWh.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im Oktober kostet eine Megawattstunde 97,84 Euro (vorläufiger Wert) und damit wieder etwas weniger als im September (127,28 Euro/MWh). Im Oktober des Vorjahres wurden nur 33,64 Euro fällig – ein Plus von 191 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers.

– „Auch in diesem Jahr müssen Verbraucher*innen mit einer Reihe von Strompreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Eine Familie könnte durch den Wegfall der EEG-Umlage um 387 Euro entlastet werden. Momentan kann sie nur substantiell sparen, wenn sie ihren Stromanbieter wechselt.“

Quelle: Check24.de