Heizen wird teurer – vor allem mit Ölheizung

Aktualisiert: 3. Dezember 2021 von Günther Ehrich

Verbraucher*innen mussten zwischen September und November 2021 nur etwa fünf Prozent mehr Energie fürs Heizen aufwenden als im Vorjahreszeitraum – aber deutlich mehr bezahlen. CHECK24 hat betrachtet, was das für Haushalte mit Gas- und Ölheizung finanziell bedeutet.

Außerdem geben wir ein Update zu den Preisentwicklungen bei den Strom– und Gasgrundversorgern in Deutschland.

Heizbedarf:
– In der aktuellen Heizperiode mussten Verbraucher*innen etwas mehr heizen als im Vorjahreszeitraum – der Heizbedarf war fünf Prozent höher als September bis November 2020.
Gaskosten:
– Ein Musterhaushalt, der sein Reihenhaus mit Gas heizt, zahlt in der aktuellen Heizperiode bisher 351 Euro. In der Vorjahresperiode wurden 272 Euro fällig. Obwohl sich der Heizbedarf also nur leicht erhöht hat, liegen die Gaskosten 29 Prozent über dem Vorjahr. Grund dafür: Während Gas Ende 2020 noch vergleichsweise günstig war, steigt der Preis im aktuellen Jahr seit Monaten.
„Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“
Heizölkosten:
– Trotz des nur leicht gestiegenen Heizbedarfs zahlten Verbraucher*innen mit Ölheizung von September bis November 2021 420 Euro und damit 126 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2020 (186 Euro).
– Die schwache Konjunktur sorgte Ende 2020 für sehr niedrige Ölpreise. Seitdem ist der Heizölpreis massiv gestiegen.
– „Wer noch Heizöl für den aktuellen Winter benötigt, sollte den Tank jetzt wenigstens teilweise auffüllen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Die Preise für Heizöl sind zwar weiterhin hoch, aber nicht mehr auf dem Rekordniveau der vergangenen Wochen.“

– 356 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 11,6 Prozent und betreffen rund 2,2 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 188 Euro pro Jahr.

 34 Stromgrundversorger senken die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 2,2 Prozent. Davon profitieren rund 1,3 Mio. Haushalte. Im Schnitt spart ein Musterhaushalt (5.000 kWh) 36 Euro im Jahr.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im Dezember kostet eine Megawattstunde 144,76 Euro (Stand 3.12.). Im Dezember des Vorjahres wurden nur 42,67 Euro fällig – ein Plus von 239 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstiegs.

Gasgrundversorger:

– 693 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Einzelne Versorger verdoppeln ihre Preise. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 26,6 Prozent und betreffen gut 3,4 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 399 Euro pro Jahr.
– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch. Im November wurden 94,05 Euro pro MWh fällig. Im November 2020 kostete die Megawattstunde nur 14,18 Euro – eine Steigerung von 563 Prozent.
– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zog die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.
Quelle: Check24.de