Update: Mehr als 300 Gasgrundversorger erhöhen Preise

Aktualisiert: 17. November 2021 von Günther Ehrich

Check24 hat 420 Preiserhöhungen bei Gas- und Stromgrundversorgern verzeichnet. Dem stehen lediglich 14 Stromgrundversorger entgegen, die Preissenkungen angekündigt haben.

Gas:– 302 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Einzelne Versorger verdoppeln ihre Preise. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 22 Prozent und betreffen rund 2,3 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 329 Euro pro Jahr.

– Der durchschnittliche Gaspreis liegt im November auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.424 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 7,1 ct pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.174 Euro – ein Plus von 21 Prozent.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch. Im November werden  94,05 Euro pro MWh fällig. Im November 2020 kostete die Megawattstunde nur 14,18 Euro – eine Steigerung von 563 Prozent.– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zog die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.


– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Strom:

– 118 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 9,1 Prozent und betreffen rund 1,2 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 146 Euro pro Jahr.

– 14 Stromgrundversorger senken die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 3,2 Prozent. Davon profitieren rund 700.000 Haushalte. Im Schnitt spart ein Musterhaushalt (5.000 kWh) 52 Euro im Jahr.

– Der durchschnittliche Strompreis für Verbraucher*innen erreicht im November zum siebten Mal in Folge ein Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.573 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 31,5 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.468 Euro – ein Plus von sieben Prozent.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im November kostet eine Megawattstunde 166,13 Euro.  Im November des Vorjahres wurden nur 38,54 Euro fällig – ein Plus von 331 Prozent.– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstiegs.

Quelle: Check24.de