Gas- und Strompreise 2021 auf Rekordniveau | Netzentgelte steigen

Aktualisiert: 27. Oktober 2021 von Günther Ehrich

Die Gas– und Strompreise erreichen im Oktober neue Rekordwerte. Hier erhalten Sie ein Update mit den aktuellsten Zahlen (Netznutzungsentgelte, aktuelle Erhöher in der Grundversorgung, Gas- und Strompreise, EEG-Umlage, Heizölpreis).

Netznutzungsentgelte

Strom (Liste hier klicken):

– Für rund 89 Prozent der Postleitgebiete in Deutschland liegen bereits die vorläufigen Netznutzungsentgelte Strom für 2022 vor.

– Aus dieser Auswertung ist noch kein endgültiger Schluss zu ziehen, da es noch kleinere Lücken gibt. Die Tendenz der Netznutzungsentgelte zeigt aber nach oben (durchschnittlich +4 Prozent).

– Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh Strom zahlte 2021 durchschnittlich 416 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 431 Euro sein (+15 Euro)

– „Die Netznutzungsentgelte werden 2022 für eine Mehrbelastung beim Strompreis sorgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Hinzu kommen gestiegene Einkaufskosten. Um die eigenen Stromkosten zu senken, sollten Verbraucher*innen unbedingt selbst aktiv werden und ihren Anbieter wechseln.“

Gas (Liste hier klicken):

– Für rund 88 Prozent der Postleitgebiete in Deutschland liegen bereits die vorläufigen Netznutzungsentgelte Gas für 2022 vor.

– Aus dieser Auswertung ist noch kein endgültiger Schluss zu ziehen, da es noch kleinere Lücken gibt. Die Tendenz der Netznutzungsentgelte zeigt aber leicht nach oben (durchschnittlich +2 Prozent).

– Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh Gas zahlte 2021 durchschnittlich 382 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 389 Euro sein (+7 Euro).

 „Steigende Netznutzungsentgelte bei Gas sind ein weiterer Indikator für hohe Gaspreise im kommenden Jahr“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Bei steigenden Preisen sollten Verbraucher selbst aktiv werden und den Gasversorger wechseln.“

Preiserhöhungen Gas & Strom in der Grundversorgung

Hier finden Sie eine Liste, welche Grundversorger bereits Preise erhöht oder Erhöhungen für die kommenden Monate angekündigt haben.

Gas:

– Der Gaspreis liegt in der Grundversorgung im Oktober auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.532 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro kWh von 7,7 ct. Im Vorjahresmonat waren es 1.423 Euro – ein Plus von knapp acht Prozent.

– 65 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 12,4 Prozent und betreffen gut 420.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 187 Euro pro Jahr.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch und ist zum bisherigen Rekordwert im September weiter gestiegen. Im Oktober werden dort 63,26 Euro pro MWh fällig (vorläufiger Wert). Im Oktober 2020 kostete die Megawattstunde nur 11,20 Euro – eine Steigerung von 465 Prozent.

– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Strom:

– Der Strompreis für Verbraucher*innen erreicht im Oktober erneut ein neues Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.556 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 31,1 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.467 Euro – ein Plus von sechs Prozent.

– 15 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 9,1 Prozent und betreffen rund 430.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 146 Euro pro Jahr.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im Oktober kostet eine Megawattstunde 155,68 Euro (vorläufiger Wert) und damit mehr als im September (127,28 Euro/MWh). Im Oktober des Vorjahres wurden nur 33,64 Euro fällig – ein Plus von 363 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers.

– „Erste Versorger haben schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Momentan können Verbraucher*innen nur substantiell sparen, wenn sie ihren Stromanbieter wechseln.

EEG-Umlage

– Die EEG-Umlage sinkt 2022 deutlich von 6,5 auf 3,7 Ct. pro Kilowattstunde.

– Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh fällt die Stromrechnung jährlich knapp 167 Euro niedriger aus. Ein Single mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh zahlt rund 50 Euro weniger.

– „Ob und in welcher Höhe die Entlastung durch die EEG-Umlage tatsächlich bei Verbraucher*innen ankommt, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Börsenstrompreises ab“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Dieser bewegt sich auf einem absoluten Rekordniveau. Erste Versorger haben deshalb schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt.“ 

Heizöl:

– Der Heizölpreis ist extrem gestiegen. Im September 2020 kosteten 2.000 Liter durchschnittlich 770 Euro. Im September 2021 waren im Schnitt 1.476 Euro fällig – ein Preisanstieg von 92 Prozent innerhalb eines Jahres.

– „Verbraucher*innen, die noch Heizöl für den anstehenden Winter benötigen, sollten ihren Tank jetzt auffüllen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Die Preise für Heizöl steigen weiter und eine Umkehr des Trends ist derzeit nicht absehbar.“

Quelle: Check24.de