Update: Gas- und Strompreiserhöhungen 2021

Aktualisiert: 24. September 2021 von Günther Ehrich


Die Gas- und Strompreise für Verbraucher*innen jagen einen Rekord nach dem anderen. Das liegt unter anderem auch an den stark gestiegenen Einkaufspreisen an der Gas- und Strombörse.

Hier finden Sie eine Liste, welche Grundversorger bereits Preise erhöht oder Erhöhungen für die kommenden Monate angekündigt haben.

Gas:

– Der Gaspreis liegt in der Grundversorgung auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.516 Euro jährlich für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro kWh von 7,6 ct.

– 57 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 11,5 Prozent und betreffen gut 330.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 172 Euro pro Jahr.

– Der Börsenpreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch. Im September wurden dort 44,03 Euro pro MWh fällig (vorläufiger Wert). Im September 2020 kostete die Megawattstunde nur 7,99 Euro – eine Steigerung von 451 Prozent.

– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld. Ein Musterhaushalt zahlt 2022 dafür allein 143 Euro.“

Strom:

– Der Strompreis für Verbraucher*innen erreicht ein neues Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.532 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 30,6 ct. pro kWh.

– Neun Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 3,8 Prozent und betreffen rund 300.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 65 Euro pro Jahr.

– Auch der Börsenstrompreis bewegt sich auf einem Rekordniveau. Im September kostete eine Megawattstunde 125,90 Euro (vorläufiger Wert). Im Vorjahresmonat wurden nur 43,62 Euro fällig – ein Plus von 189 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers.

– „Auch in diesem Jahr müssen Verbraucher*innen mit einer Reihe von Strompreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Eine Familie könnte durch den Wegfall der EEG-Umlage um 387 Euro entlastet werden. Momentan kann sie nur substantiell sparen, wenn sie ihren Stromanbieter wechselt.“
Quelle: Check24.de