Gas: Rund eine Million Haushalte von Preiserhöhungen betroffen

Aktualisiert: 9. November 2021 von Günther Ehrich

Die Welle an Energiepreiserhöhungen nimmt Fahrt auf. Rund eine Million Kund*innen in der Gasgrundversorgung sind bereits von Preiserhöhungen betroffen. In der Stromgrundversorgung müssen 800.000 Haushalte mehr bezahlen.

Hier finden Sie eine Liste (Link)welche Grundversorger bereits Preise erhöht oder Erhöhungen für die kommenden Monate angekündigt haben.

Gas:

– 145 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Einzelne Versorger verdoppeln ihre Preise. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 22,1 Prozent und betreffen rund eine Million Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 334 Euro pro Jahr.

– Der Gaspreis (Link zur Grafik) liegt in der Grundversorgung im Oktober auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.532 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro kWh von 7,7 ct. Im Vorjahresmonat waren es 1.423 Euro – ein Plus von knapp acht Prozent.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch. Im November werden  94,05 Euro pro MWh fällig. Im November 2020 kostete die Megawattstunde nur 14,18 Euro – eine Steigerung von 563 Prozent.

– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Strom:

– 42 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 9,3 Prozent und betreffen rund 800.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 149 Euro pro Jahr.

– Der Strompreis (Link zur Grafik) für Verbraucher*innen erreicht im Oktober erneut ein neues Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.556 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 31,1 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.467 Euro – ein Plus von sechs Prozent.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im November kostet eine Megawattstunde 143,56 Euro.  Im November des Vorjahres wurden nur 38,54 Euro fällig – ein Plus von 272 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers.

– „Erste Versorger haben schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt, weitere könnten folgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

Quelle: Check24.de