Energieupdate Erhöher/Energiekostenindex

Aktualisiert: 8. November 2021 von Günther Ehrich

Bereits 127 Gasgrundversorger haben Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Hier erhalten Sie ein Update mit den aktuellsten Zahlen zur Energiepreisentwicklung:
  • Aktuelle Erhöher in der Grundversorgung
  • Gas- und Strompreise
  • Energiekostenindex

Hier finden Sie eine Liste (Link)welche Grundversorger bereits Preise erhöht oder Erhöhungen für die kommenden Monate angekündigt haben.
Gas:

– 127 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Einzelne Versorger verdoppeln ihre Preise. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 18,4 Prozent und betreffen rund 870.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 275 Euro pro Jahr.

– Der Gaspreis (Link zur Grafik) lag in der Grundversorgung im Oktober auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlte im Schnitt 1.532 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro kWh von 7,7 ct. Im Vorjahresmonat waren es 1.423 Euro – ein Plus von knapp acht Prozent.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch. Im November werden dort 94,05 Euro pro MWh fällig. Im November 2020 kostete die Megawattstunde nur 14,18 Euro – eine Steigerung von 563 Prozent.

– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– Die Erhöhung der CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne zum 1.1.2022 bedeutet eine zusätzliche Belastung von rund 24 Euro jährlich für einen Musterhaushalt (20.000 kWh).

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Strom:

– 36 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 7,9 Prozent und betreffen rund 750.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 126 Euro pro Jahr.

– Der Strompreis (Link zur Grafik) für Verbraucher*innen erreichte im Oktober ein neues Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlte im Schnitt 1.556 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 31,1 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.467 Euro – ein Plus von sechs Prozent.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im November kostet eine Megawattstunde 141,27 Euro (vorläufiger Wert). Im November des Vorjahres wurden nur 38,54 Euro fällig – ein Plus von 267 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers.

– „Erste Versorger haben schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt, weitere könnten folgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

Wir beobachten monatlich in einem Energiekostenindex, wie viel ein Musterhaushalt im Jahr für Strom und jeweils gewichtet entsprechend der bundesweiten Verteilung für Heizen (Gas und Heizöl) sowie Mobilität (Benzin, Diesel, Strom) ausgeben muss. Die Daten werden rückblickend bis einschließlich Juni 2010 erhoben.

Energiekostenindex gesamt:

– Preise für Strom, Heizen und Mobilität liegen auf Rekordniveau. Die jährlichen Energiekosten für einen Musterhaushalt lagen im Oktober 2021 bei durchschnittlich 4.514 Euro. Das sind 27 Prozent bzw. 962 Euro mehr als im Vorjahresmonat. Im Oktober 2020 betrugen die Kosten noch 3.552 Euro.

– „Die Energiekosten steigen seit 2020 stetig und erreichen aktuell ein neues Rekordniveau“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Verbraucher*innen müssen sich insbesondere beim Heizen und bei der Mobilität auf weitere Preissteigerungen gefasst machen.“

Heizen (Gas, Heizöl):

– Am stärksten sind die Kosten für das Heizen gestiegen – um 46 Prozent. Im Oktober 2020 musste der Musterhaushalt im Schnitt für Gas und Heizöl noch 1.025 Euro aufwenden, aktuell sind es bereits 1.498 Euro.

– Gründe: Der Börsenpreis für Gas ist auf einem Allzeithoch. Auch der Rohölpreis für die Sorte Brent erreicht mit rund 85 Dollar je Barrel (159 Liter) den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Mobilität:

– Ebenfalls stark gestiegen sind mit rund 38 Prozent die Kosten für Mobilität. Lagen diese im Oktober 2020 noch durchschnittlich bei 1.060 Euro, muss ein Musterhaushalt aktuell 1.459 Euro dafür aufwenden. Das liegt hauptsächlich am starken Preisanstieg für Benzin (+35 Prozent) und Diesel (+60 Prozent).

Quelle: Check24.de