Energiepreise: Rund 100 Gasgrundversorger erhöhen Preise

Aktualisiert: 2. November 2021 von Günther Ehrich

Bereits 98 Gasgrundversorger haben Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Hier erhalten Sie ein Update mit den aktuellsten Zahlen zur Energiepreisentwicklung (Gas-, Heizöl- und Strompreise, aktuelle Erhöher in der Grundversorgung, Netznutzungsentgelte, EEG-Umlage).

Hier finden Sie eine Liste (Link)welche Grundversorger bereits Preise erhöht oder Erhöhungen für die kommenden Monate angekündigt haben.

Gas:

– 98 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Einzelne Versorger verdoppeln ihre Preise. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 17,3 Prozent und betreffen rund 560.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 263 Euro pro Jahr.

– Der Gaspreis (Link zur Grafik) lag in der Grundversorgung im Oktober auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlte im Schnitt 1.532 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro kWh von 7,7 ct. Im Vorjahresmonat waren es 1.423 Euro – ein Plus von knapp acht Prozent.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch und ist zum bisherigen Rekordwert im September weiter gestiegen. Im Oktober werden dort 63,26 Euro pro MWh fällig. Im Oktober 2020 kostete die Megawattstunde nur 11,20 Euro – eine Steigerung von 465 Prozent.

– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– Die Erhöhung der CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne zum 1.1.2022 bedeutet eine zusätzliche Belastung von rund 24 Euro jährlich für einen Musterhaushalt (20.000 kWh).

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Heizöl:

– Der Heizölpreis (Link zur Grafik) ist extrem gestiegen. Im Oktober 2020 kosteten 2.000 Liter durchschnittlich 775 Euro. Im Oktober 2021 waren im Schnitt 1.763 Euro fällig – ein Preisanstieg von 127 Prozent innerhalb eines Jahres.

 „Verbraucher*innen, die noch Heizöl für den anstehenden Winter benötigen, sollten ihren Tank jetzt auffüllen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Die Preise für Heizöl steigen weiter und eine Umkehr des Trends ist derzeit nicht absehbar.“

– Die Erhöhung der CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne zum 1.1.2022 bedeutet eine zusätzliche Belastung von rund 32 Euro jährlich für einen Musterhaushalt (2.000 Liter).

Strom:

– 26 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 9,3 Prozent und betreffen rund 460.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 149 Euro pro Jahr.

– Der Strompreis (Link zur Grafik) für Verbraucher*innen erreichte im Oktober ein neues Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlte im Schnitt 1.556 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 31,1 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.467 Euro – ein Plus von sechs Prozent.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im November kostet eine Megawattstunde 152,34 Euro (vorläufiger Wert). Im November des Vorjahres wurden nur 38,54 Euro fällig – ein Plus von 295 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers.

– „Erste Versorger haben schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt, weitere könnten folgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

Netznutzungsentgelte (Link zur Pressemitteilung)

Strom:

– Bei Strom werden im kommenden Jahr rund vier Prozent mehr für die Netznutzung fällig.

– Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh Strom zahlte 2021 durchschnittlich 416 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 431 Euro sein (+15 Euro).

 „Die Netznutzungsentgelte werden 2022 für eine Mehrbelastung beim Strompreis sorgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Hinzu kommen gestiegene Einkaufskosten.“

Gas:

– Auch bei Gas wird die Netznutzung teurer – im Durchschnitt um zwei Prozent.

– Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh Gas zahlte 2021 durchschnittlich 382 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 389 Euro sein (+7 Euro).

– „Steigende Netznutzungsentgelte bei Gas sind ein weiterer Indikator für hohe Gaspreise im kommenden Jahr“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

EEG-Umlage (Link zur Pressemitteilung)

– Die EEG-Umlage sinkt 2022 deutlich von 6,5 auf 3,7 Ct. pro Kilowattstunde.

– Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh fällt die Stromrechnung jährlich knapp 167 Euro niedriger aus. Ein Single mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh zahlt rund 50 Euro weniger.

– „Ob und in welcher Höhe die Entlastung durch die EEG-Umlage tatsächlich bei Verbraucher*innen ankommt, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Börsenstrompreises ab“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Dieser bewegt sich auf einem absoluten Rekordniveau. Erste Versorger haben deshalb schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt.“ 

Quelle: Check24.de