Rund 300 Preiserhöhungen bei Stromgrundversorgern [23.11.2021]

Aktualisiert: 23. November 2021 von Günther Ehrich

Immer mehr Strom– und Gasgrundversorger kündigen Preiserhöhungen an. Hier erhalten Sie ein Update mit den aktuellsten Zahlen zur Energiepreisentwicklung:

Wir haben 912 Preiserhöhungen bei Strom- und Gasgrundversorgern verzeichnet. Dem stehen lediglich 31 Stromgrundversorger entgegen, die Preissenkungen angekündigt haben.

Strom:

– 296 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 9,9 Prozent und betreffen rund 1,9 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 161 Euro pro Jahr.

– Die EEG-Umlage sinkt 2022 deutlich von 6,5 auf 3,7 Ct. pro Kilowattstunde. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet dies eine mögliche Ersparnis von knapp 167 Euro.
– „Ob und in welcher Höhe die Entlastung durch die EEG-Umlage tatsächlich bei Verbraucher*innen ankommt, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Börsenstrompreises ab“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Dieser bewegt sich auf einem absoluten Rekordniveau. So könnte trotz der Senkung der EEG-Umlage bei Verbraucher*innen eine Preiserhöhung ankommen.“
– 31 Stromgrundversorger senken die Preise zum Jahreswechsel um durchschnittlich 2,2 Prozent. Davon profitieren rund 1,3 Mio. Haushalte. Im Schnitt spart ein Musterhaushalt (5.000 kWh) 36 Euro im Jahr.
– Der Strompreis für Verbraucher*innen erreicht im November zum siebten Mal in Folge ein Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.579 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 31,5 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.468 Euro – ein Plus von acht Prozent.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im November kostet eine Megawattstunde 166,82 Euro (Stand 23.11.).  Im November des Vorjahres wurden nur 38,54 Euro fällig – ein Plus von 333 Prozent.– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstiegs.

Gas:– 616 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Einzelne Versorger verdoppeln ihre Preise. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 25,3 Prozent und betreffen rund 3,3 Millionen Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 380 Euro pro Jahr.

– Der durchschnittliche Gaspreis liegt im November auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.424 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 7,1 ct pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.174 Euro – ein Plus von 21 Prozent.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch. Im November werden  94,05 Euro pro MWh fällig. Im November 2020 kostete die Megawattstunde nur 14,18 Euro – eine Steigerung von 563 Prozent.– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zog die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– Die Erhöhung der CO2-Abgabe von 25 Euro auf 30 Euro pro Tonne zum 1.1.2022 bedeutet eine zusätzliche Belastung von rund 24 Euro jährlich für einen Musterhaushalt (20.000 kWh).

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Quelle: Check24.de