[25.10.2021] Energieupdate Erhöher/Netznutzungsentgelte/EEG

Aktualisiert: 26. Oktober 2021 von Günther Ehrich

Hier erhalten Sie ein Update mit den aktuellsten Zahlen (Gas-, Heizöl- und Strompreise, aktuelle Erhöher in der Grundversorgung, Netznutzungsentgelte, EEG-Umlage).

Hier finden Sie eine Listewelche Grundversorger bereits Preise erhöht oder Erhöhungen für die kommenden Monate angekündigt haben.

Gas:

– 77 Gasgrundversorger haben bereits ihre Preise erhöht oder Preiserhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 13,6 Prozent und betreffen rund 500.000 Haushalte. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 207 Euro pro Jahr.

– Der Gaspreis liegt in der Grundversorgung im Oktober auf einem Rekordhoch. Ein Musterhaushalt (20.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.532 Euro im Jahr für Gas. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis pro kWh von 7,7 ct. Im Vorjahresmonat waren es 1.423 Euro – ein Plus von knapp acht Prozent.

– Der Großhandelspreis für Gas liegt auf einem Allzeithoch und ist zum bisherigen Rekordwert im September weiter gestiegen. Im Oktober werden dort 63,26 Euro pro MWh fällig (vorläufiger Wert). Im Oktober 2020 kostete die Megawattstunde nur 11,20 Euro – eine Steigerung von 465 Prozent.

– Gründe für die steigenden Preise: Viele Gasspeicher in Europa sind derzeit deutlich leerer als sonst zu der Jahreszeit. Gleichzeitig zieht die Nachfrage nach Gas mit dem Ende vieler Coronabeschränkungen und einer daraus resultierenden erstarkenden Wirtschaftslage an.

– „Verbraucher*innen müssen diesen Winter mit einer Welle an Gaspreiserhöhungen rechnen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Daran ist nicht zuletzt die steigende CO2-Abgabe schuld, andererseits geben die Versorger gestiegene Einkaufskosten an die Kund*innen weiter.“

Heizöl:

– Der Heizölpreis ist extrem gestiegen. Im September 2020 kosteten 2.000 Liter durchschnittlich 770 Euro. Im September 2021 waren im Schnitt 1.476 Euro fällig – ein Preisanstieg von 92 Prozent innerhalb eines Jahres.

 „Verbraucher*innen, die noch Heizöl für den anstehenden Winter benötigen, sollten ihren Tank jetzt auffüllen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Die Preise für Heizöl steigen weiter und eine Umkehr des Trends ist derzeit nicht absehbar.“

Strom:

– 18 Grundversorger haben bereits Strompreise erhöht oder Erhöhungen angekündigt. Im Durchschnitt betragen die Preiserhöhungen 9,3 Prozent und betreffen rund 435.000 Haushalte. Einzelne Versorger erhöhen um über 30 Prozent. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh bedeutet das zusätzliche Kosten von durchschnittlich 150 Euro pro Jahr.

– Der Strompreis für Verbraucher*innen erreicht im Oktober erneut ein neues Allzeithoch. Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt aktuell im Schnitt 1.556 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 31,1 ct. pro kWh. Im Vorjahresmonat waren es 1.467 Euro – ein Plus von sechs Prozent.

– Auch der Börsenstrompreis liegt deutlich höher als vor einem Jahr. Im Oktober kostet eine Megawattstunde 140,89 Euro (vorläufiger Wert) und damit mehr als im September (127,28 Euro/MWh). Im Oktober des Vorjahres wurden nur 33,64 Euro fällig – ein Plus von 319 Prozent.

– Dafür gibt es unterschiedliche Gründe: die steigenden Preise für Erdgas, Steinkohle sowie CO2-Emissionszertifikate, die steigende Nachfrage nach Elektrizität, dazu kommen geringere Erzeugungskapazitäten aufgrund des Steinkohleausstieg und des windstilleren Septembers.

– „Erste Versorger haben schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt, weitere könnten folgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

Netznutzungsentgelte

Strom:

– Bei Strom werden im kommenden Jahr rund vier Prozent mehr für die Netznutzung fällig.

– Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh Strom zahlte 2021 durchschnittlich 416 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 431 Euro sein (+15 Euro).

 „Die Netznutzungsentgelte werden 2022 für eine Mehrbelastung beim Strompreis sorgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Hinzu kommen gestiegene Einkaufskosten.“

Gas:

– Auch bei Gas wird die Netznutzung teurer – im Durchschnitt um zwei Prozent.

– Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh Gas zahlte 2021 durchschnittlich 382 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es voraussichtlich 389 Euro sein (+7 Euro).

– „Steigende Netznutzungsentgelte bei Gas sind ein weiterer Indikator für hohe Gaspreise im kommenden Jahr“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24.

EEG-Umlage

– Die EEG-Umlage sinkt 2022 deutlich von 6,5 auf 3,7 Ct. pro Kilowattstunde.

– Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh fällt die Stromrechnung jährlich knapp 167 Euro niedriger aus. Ein Single mit einem Jahresverbrauch von 1.500 kWh zahlt rund 50 Euro weniger.

– „Ob und in welcher Höhe die Entlastung durch die EEG-Umlage tatsächlich bei Verbraucher*innen ankommt, hängt auch von der weiteren Entwicklung des Börsenstrompreises ab“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei CHECK24. „Dieser bewegt sich auf einem absoluten Rekordniveau. Erste Versorger haben deshalb schon Preiserhöhungen für das kommende Jahr angekündigt.“ 

Quelle: Check24.de